Am Sonntag wurden in Hannover zum ersten Mal bei einem Konzert Corona-Spürhunde eingesetzt. Die ausgebildeten Tiere sollten am Schweiß der Konzert-Gäste eine mögliche SARS-CoV-2 Erkrankung erschnüffeln.
Die Aktion ist Teil einer Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover.
„Back to Culture“ heißt das Forschungsprojekt. Es soll herausgefunden werden, ob bei Großveranstaltungen zukünftig Corona-Spürhunde eingesetzt werden können, um erkrankte Gäste zu identifizieren und so eine Verbreitung des Corona Virus zu verhindern.
Es wurden den 500 Konzert Gästen mit einem Wattepad an der Armbeuge Schweißproben entnommen. Zuvor musste jeder der Besucher sowohl einen PCR- als auch einen Schnelltest machen. Die Hunde durften in einem abgesonderten Raum an den Proben schnüffeln. Dabei wurden unter den Proben auch inaktivierte positive Proben platziert, welche die Hunde zu 100% erkannten und anzeigten.
Das Konzert der Band „Fury in the Slaughterhouse“ in Hannover war das erste einer 4-teiligen Konzertreihe. Auch bei den nächsten drei Konzerten, in denen die Künstler „Bosse“, „Alle Farben“ und „Sido“ auftreten, sollen die Corona Spürhunde zum Einsatz kommen. Bei den Auftritten steigern sich die Besucherzahlen auf bis zu 1500 Gäste. Dabei sollen immer mehr Corona-Regeln entfallen. Beim letzten Konzert dürfen sogar die Masken vom Gesicht genommen werden.
Den außerordentlichen Geruchssinn von Hunden weiß der Mensch bereits seit der Domestizierung des Ur-Hundes zu nutzen. Dass Hunde nun zunehmend zur Geruchserkennung von Krankheiten wie Malaria, Krebs und infektiöse, wie nicht-infektiöse Krankheiten genutzt werden, kommt dem Menschen zugute. Die Genauigkeit der “Schnüffel-Diagnosen” ist beachtlich.
Das liegt daran, dass Hunde 40 Mal mehr Riechrezeptoren haben als der Mensch. Das bedeutet in Zahlen, dass Hunde 200 bis 300 Millionen Rezeptorzellen haben, wohingegen es beim Menschen bei 5 bis 8 Millionen bleibt. Um diese Fähigkeit noch einmal deutlicher zu machen: Hunde sind dazu in der Lage einen einzigen Tropfen in 50.000.000 Litern Wasser zu erschnüffeln.
Während das Corona Virus selbst zwar keinen Geruch abgibt, verändert es jedoch den Stoffwechsel befallener Zellen des Menschen. Dies ist für Hunde wahrnehmbar. Auch asymptomatische Personen sind für Hunde identifizierbar.
„Es gibt auch Anzeichen, dass sie in bestimmten Szenarien besser sind, als die Teststrategien die wir gerade haben“, sagte ein Sprecher der Studie. Natürlich sollen die Hunde bei der Arbeit Spaß haben, weshalb betont wird, dass sie sowohl beim Training, als auch beim Einsatz ständig belohnt werden.
Ob sich die Hunde auch für Großveranstaltungen, wie bspw. Fußballspielen, einsetzen lassen, wird jedoch noch bezweifelt.
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Beliebteste Hunderassen im Spürhundeeinsatz:
- Deutscher Schäferhund / Belgischer Schäferhund
- Retriever-Rassen wie Golden Retriever und Labrador
- Australian Shepherd
- Border Collie
- Berner Sennenhund
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Hunderassen die sich weniger als Spürnasen eignen:
- Französische Bulldoge
- Mops
- Pekinese
- Toy Pudel
